Freund/innen dieses Blogs

, dino, , gloriosa, Hitwoman oder Hausfrau, indian, kassandra, Little mermaid, lockerl, pink ,
(Diese User/innen haben diesen Blog in die Liste ihrer Freund/innen aufgenommen.)

Statistik

  • 3344 Tage online
  • 64635 Hits
  • 24 Stories
  • 414 Kommentare

Letzte stories

Styma,

guck mal, der adventkalender 08 :) libbydoe,2009.11.10, 12:54

sorry....

hab mich grad gewundert, dass der 24. ge... confetti,2009.11.08, 22:37

liebe confetti

spät aber doch: danke für dies... gaby k.,2008.12.31, 00:41

passst, indian

die geschichte kann man jetzt ja auch no... confetti,2008.12.30, 21:05

Liebe Confetti!

Ich war ja am 24. nicht mehr online, dah... indian,2008.12.30, 20:54

Liebe Kassandra!

Da ich am 23. nicht mehr dazugekommen bi... indian,2008.12.30, 20:50

vielen dank...

fürs lob...geht runter wie öl.... confetti,2008.12.25, 20:19

Confetti!

Hab auch erst heute diese süß... domo,2008.12.25, 19:52

Kalender

Jšnner 2018
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
 1 
 2 
 3 
 4 
 5 
 6 
 7 
 8 
 9 
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
31
 
 
 
 
 
 

Suche

 

Aktuelle Blogs


    passionflo... (Aktualisiert: 21.1., 17:26 Uhr)
    LILI (Aktualisiert: 21.1., 17:21 Uhr)
    marieblue (Aktualisiert: 21.1., 17:14 Uhr)
    ursi39 (Aktualisiert: 13.1., 00:10 Uhr)
    kampfdembu... (Aktualisiert: 13.1., 00:03 Uhr)
    ercabi (Aktualisiert: 12.1., 23:51 Uhr)
    lisselka (Aktualisiert: 12.1., 23:49 Uhr)
    GeDankeNlo... (Aktualisiert: 12.1., 23:44 Uhr)
    Hallo! (Aktualisiert: 7.1., 18:19 Uhr)
    Tesas Blog (Aktualisiert: 7.1., 14:31 Uhr)
    angi (Aktualisiert: 7.1., 14:25 Uhr)
    fulmi (Aktualisiert: 5.1., 15:04 Uhr)
    Little mer... (Aktualisiert: 31.12., 17:50 Uhr)
    Adventkale... (Aktualisiert: 30.12., 18:18 Uhr)
    diara (Aktualisiert: 27.12., 19:07 Uhr)
    espresso14... (Aktualisiert: 17.12., 19:08 Uhr)
    ~Little_De... (Aktualisiert: 9.12., 21:44 Uhr)
    sonnenblum... (Aktualisiert: 6.12., 08:33 Uhr)
    Black Blog (Aktualisiert: 30.11., 21:10 Uhr)
    indian (Aktualisiert: 30.11., 11:05 Uhr)
    Millicent (Aktualisiert: 29.11., 20:13 Uhr)
    dino (Aktualisiert: 29.11., 20:07 Uhr)
    soul (Aktualisiert: 29.11., 20:05 Uhr)
    Adventskal... (Aktualisiert: 29.11., 20:01 Uhr)
    irgendwiei... (Aktualisiert: 12.11., 13:01 Uhr)
    cora...der... (Aktualisiert: 1.11., 21:51 Uhr)
    Geschichte... (Aktualisiert: 3.10., 11:39 Uhr)
    keinmausal (Aktualisiert: 1.10., 22:57 Uhr)
    Lieblingsm... (Aktualisiert: 15.9., 13:35 Uhr)
    Grauzone (Aktualisiert: 13.9., 07:22 Uhr)
    wasserfee (Aktualisiert: 13.9., 07:08 Uhr)
    MartinasFo... (Aktualisiert: 12.9., 11:55 Uhr)
    hannah17 (Aktualisiert: 11.9., 11:38 Uhr)
    CoraLino u... (Aktualisiert: 10.9., 11:36 Uhr)
    guinea_pig... (Aktualisiert: 29.8., 19:57 Uhr)
    sandra38 (Aktualisiert: 23.8., 21:19 Uhr)
    Melissa 13 (Aktualisiert: 17.8., 22:50 Uhr)
    Prinzessin (Aktualisiert: 8.8., 15:05 Uhr)
    Lies und (... (Aktualisiert: 31.7., 16:09 Uhr)
    fallowtheh... (Aktualisiert: 5.7., 09:23 Uhr)
    eliza (Aktualisiert: 1.7., 06:43 Uhr)
    mary76 (Aktualisiert: 16.6., 08:51 Uhr)
    hoffnung (Aktualisiert: 12.6., 20:48 Uhr)
    theoneando... (Aktualisiert: 12.6., 20:35 Uhr)
    MacGregor (Aktualisiert: 22.5., 12:20 Uhr)
    transakt (Aktualisiert: 15.5., 21:24 Uhr)
    mishu (Aktualisiert: 13.5., 22:31 Uhr)
    TinasWelt (Aktualisiert: 9.5., 16:32 Uhr)
    Probier da... (Aktualisiert: 9.5., 16:29 Uhr)
    Libelle (Aktualisiert: 9.5., 15:38 Uhr)
Samstag, 20.12.2008, 22:42

Die Fremden sollt ihr nicht ausbeuten oder unterdrücken, denn ihr seid auch Fremde gewesen.
2. Mose 22,20

Wende dein Angesicht den Menschen zu, die bedroht, verfolgt und unterdrückt werden und erleuchte uns den Weg zu einem gewaltlosen, gerechten Miteinander.

Wende dein Angesicht den Menschen zu, die keinen Sinn und keine Hoffnung erleben und erleuchte unsere Augen und Hände, dass wir auf die Not in unserer Umgebung reagieren.

Wende dein Angesicht den Menschen zu, die heute nach einer Heimat suchen – vielleicht sogar in dieser Nacht – und erleuchte uns, den Fremden als Mitmenschen zu sehen, Reichtum zu teilen und uns in gegenseitiger Achtung und Würde zu begegnen.
(Quelle: http://www.cssr.at/prarchiv/b2003/bwn_litg.rtf)



Leonard Cohen in Glastonbury 2008


Freitag, 19.12.2008, 00:07

19. ADVENTFENSTER

EIN VERSPRECHEN ZUM FEST


Als ich in unsere Straße einbiege, beginnt es zaghaft an zu schneien. Schnee! Weiße Weihnachten, zählen neben Glück und Friede zu aller Menschen Sehnsüchten, heute am 24. Dezember!
Freude steigt in mir auf, ob der Schneeflocken, die lustig vor mir hertanzen.
Wenige Schritte noch, die Kälte beginnt meinen Rücken hinauf zu kriechen, und ich bin zu Hause. Zuhause in einer Familie, die mich liebt, sich um mich sorgt, in der ich mich geborgen fühlen darf.
Es ist feucht, ich nehme die Mütze, die Handschuhe hab´ich in der Firma liegenlassen, aus meiner Tasche, zieh´sie mir über, sie wärmt augenblicklich, schlage den Mantelkragen hoch, schlinge den dicken Schal fester um Hals und Haare, vergrabe die Hände in den tiefen, warmen Taschen meines Mantels; so verpackt, gewärmt, beschließe ich einen Umweg zu gehen um meinen Gedanken länger nachhängen zu können.
Kurz vor unserem Haus schlage ich die Straße Richtung Fluss ein. Wie vertraut mir dieser Weg, die Häuser mit den Menschendarin, die sie Tag für Tag mit Leben erfüllen, selbst die Bäume, der kleine Park mit seinen Holzbänken sind. Unzählige Male bin ich ihn, mit Freundinnen spielend, lachend, streitend, versöhnend entlang gelaufen, mit dem Rad, in Eile, trödelnd ins Schwimmbad, zum Eislaufplatz gefahren, verliebt, Hand in Hand , Zukunftspläne schmiedend mit Leon spaziert, diskutierend, in Gespräche vertieft, erzählend, mit Noah geschlendert.

Könnte ein Weg, eine Straße Geschichten erzählen, diese wüßte die Windungen, Schwingungen meines Leben preiszugeben.

Die Gedanken an Leon lassen mein Herz schneller schlagen, lösen wie gewohnt ein Ziehen in meiner Brust aus, das an manchen Tagen und Nächten unerträglich, quälend werden kann. Ich sehne mich nach ihm, seiner Liebe, seiner Zuversicht , seiner Art mich anzusehen, fordernd festzuhalten. Seit er sein Pädagogikstudium aufgenommen hat, sehen wir uns seltener , verbringen nur an den Wochenenden, Feiertagen gemeinsame Zeit. Studium und Band halten ihn fern von mir und seinem Heimatstädchen. Jede Woche aufs neue kann ich sein Ankommen, das Aufleuchten seiner Augen, wenn er mich erblickt, kaum erwarten, fürchte Sonntag für Sonntag den Abend, wenn ich wieder loslassen muss.

Trotz meiner Jugend, meiner Zweifel, die nur meine Liebe zu ihm betreffen, die nicht verstummen wollen, fühle ich, dass er mich ehrlich liebt.

LEON !!! Der Lehrer, Musiker, Sportler mit blauen, strahlenden Augen, offenem Blick, blonden Haaren, selbstbewusst , charmant, voller Lebensfreude, Energie und Lebenstlust.
Seit Jahren macht er keinen Hehl aus seiner Liebe zu mir.

Ist er MEINE große, einzige Liebe?

Ich traue mir nicht, bin mir nicht immer sicher.

Sind das “Ihn- nicht- erwarten-können”, das Sehnen nach seinem “liebenden” Blick, sein unverborgener Stolz auf mich, die Schmetterlinge in meinem Bauch, das “Sich- an- ihn- lehnen- wollen”, das Genießen seines Begehrens, verlässliche Beweise, Zeichen, dass ich ihn mit der gleichen Intensität liebe, wie er mich?

Gibt es doch den zweiten Mann in meinem Leben!.

NOAH!! Der Kuststudent, schlank, mit eleganten Bewegungen, behende, mit dunklen Augen, schwarzen Haaren, in sich gekehrt, interressiert an Kunst, Malerei, Poesie, Philosophie.
Er ist schön wie Michelangelo´s David . Sich selbst genug, vermisst er die Frau an seiner Seite nicht. In seiner Nähe beruhigt sich mein Innerstes. Er fordert, erwartet nichts von mir. Mit ihm breitet meine Seele ihre Flügel aus, wird leicht, hebt sich hinweg über Zeit und Raum, lässt sich nieder in fremden, fernen Welten.

Ich vermisse ihn , wenn er nicht da ist, sorge mich um ihn, wenn er krank ist, tröste ihn, wenn er traurig ist. Ihm bin ich zärtlich, beinahe schwesterlich zugetan. Auch er lebt viele Kilometer entfernt, in der Großstadt. Anders als bei Leon, hören, lesen wir täglich voneinander . Noah liebt, wie ich die Bücher, das Diskutieren, den Gedankenaustausch, das Ausmalen einer besseren Zukunft für die Welt, die so niemals sein wird. Mit ihm betrete ich eine andere, eine vergeistigte Welt.
Noah ist mein Seelenverwandter.
Seit Monaten schreiben wir uns Briefe, einen für jeden Tag. Leon weiß um unsere Seelenverwandtschaft, unsere Zuneigung, hat er doch den einen oder anderen Brief gelesen. Er duldet unser “Verhältnis” großzügig, obwohl er Noah als Nebenbuhler sieht, ihn als “Gefahr” erkennt.

Noah ignoriert Leon´s Existenz, leugnet seinen “Anspruch” auf mich, seine Liebe für mich. Er erwähnt ihn nicht, fragt nicht nach . Meine Liebe, mein Zuneigung zu Leon kümmern Noah nicht. Erachtet er sie doch für unwichtig, vernachlässigbar.
Ist es Liebe, wenn ich mich in seine Gedankenwelt versenken kann, seine Sätze die meinen sind, wir uns ohne Worte verstehen, stundenlang nebeneinander gehen, sitzen, liegen können, ohne ein Wort zu sprechen, dabei glücklich sind, uns nahe, verstanden, eins fühlen?

Ist es Liebe, wenn mich sein Anblick zu Tränen rührt, mich demütig werden lässt?

Ist es Liebe, wenn Zärtlichkeit, Fürsorge, Zuneigung größer sind als das Begehren?

Ist LEON oder doch NOAH die Liebe meines Lebens? Liebe ich zwei Männer gleich stark? Darf ich das? Wie lange noch wird, kann Leon die Situation tolerieren. Und Noah, wann wird er Leon zur Kenntnis nehmen, sich der Situation stellen, müssen?

Seit Wochen ringe ich mit mir, warte auf “Erleuchtung”, auf Zeichen, die mir die richtige Entscheidung brächten.
Längst weiß ich, dass ich mich zu entscheiden habe, wenn ich, uns nicht unglücklich , die Beiden nicht zu Feinden machen will.

Der Schneefall wird dichter. Mein Mantel, inzwischen feucht, mit Schneeflocken bedeckt, wärmt nicht mehr, Gesicht und Hände sind eisigkalt. In Gedanken versunken, bin ich viel zu weit gegangen, habe den aufkommenden, kalten Wind, die nahende Dämmerung nicht bemerkt. Ein Blick auf meine Uhr sagt mir, dass ich mich sputen muss, dass sich meine Familie um mich sorgen wird, sie sich mein “Nichtkommen” nicht erklären wird können.
Ich kehre um, mich fröstelt. Der Wind bläst mir kalt den Schnee ins Gesicht, als ich zu laufen beginne. Die Straßenlaternen brennen schon, als ich die ersten hell erleuchteten Häuser, in unserer Straße müde, außer Atem erreiche.

Ich höre die Turmuhr schlagen, es ist 15 Uhr. als ich die Eingangstür öffne, mir Wärme, Weihnachtsdüfte, aufgeregtes Stimmengewirr entgegenschlagen. Während ich den Mantel auf den Bügel hänge, die Stiefel zum Kachelofen stelle, die feuchte Mütze auf selbigen lege, höre ich meine Mutter rufen: “Amelie, bist du es? Gott sei Dank! Wo warst so lange?” “Jetzt bin ich ja da!” antworte ich schnell.

Im Vorzimmer herrscht Chaos! Die Kleiderhaken scheinen die Last der Mäntel und Jacken kaum tragen zu wollen, Mützen, Schals und Handschuhe türmen sich zu Bergen. Stiefel und Schuhe bilden einen Haufen, der schwer zu entwirren sein wird.
Das bunte Durcheinander wirkt fröhlich, gemütlich, lädt zum Verweilen, zum “Dableibenwollen” ein. Unsere Gäste, größtenteils Verwandte, sind offensichtlich vor mir angekommen.

Als ich das Wohnzimmer betrete, fällt mein erster Blick auf die riesige, prächtige Tanne, die fast fertig geschmückt, in der Mitte thront , unter ihren Ästen, unzählige liebevoll verpackte Geschenke, die darauf warten jemanden glücklich zu machen, verborgen hält.
Beinahe von ihr verdeckt, Leon, mit dem Baby meines Bruders im Arm, er ist mit Baumschmücken und dem Baby Johanna, das er zärtlich an sich drückt, beschäftigt. Umgeben von lärmenden Kindern, plaudernden, prostenden Verwandten, hat er mich nicht kommen hören.Wie entspannt, zufrieden er ist. Ich erkenne wie wohl er sich fühlt, wie sehr er hierher gehört, ihn meine Familie angenommen hat. Mein Ankommen wird mit lautem Hallo, Freude begrüßt.
Alle sind sie gekommen: die Großeltern, mein Bruder mit seiner Familie, meine Schwester, Tanten , Onkeln, engste Freunde.
Leon strahlt mich gut gelaunt an. “Servus Amelie! Endlich! Die kleinen Plagegeister wollen keine Ruhe geben! Muss andauernd Weihnachtslieder mit ihnen singen!.”Jetzt erst sehe ich, dass es sich meine kleinen Cousinen und Cousins mit ihren Spielsachen, Büchern in Leon´s Nähe gemütlich gemacht, dass sie nicht nur Leon´s Gitarre in Besitz genommen, haben. Es ist offensichtlich, dass sie verrückt nach ihm sind, dass er eine Hand für Kinder hat, dass er sich gerne mit Kindern umgibt, selbst das Baby in seinem Arm schläft zufrieden nuckelnd, unbeeindruckt von Lärm, Gesang und Gezerre.

In diesem Moment, unvorbereitet , aus “weihnachtlichem” Himmel sind sie da, die Erkenntnis, die Zeichen. Leon mit dem Baby im Arm zu sehen, lassen meine Schmetterlinge fliegen, meinen Wunsch nach Kindern lebendig werden.

LEON! Er ist der Richtige! Er muss es sein! Mit ihm kannst glücklich werden, Kinder aufziehen, ein Haus bauen, deinen Job ausfüllen, deine Visionen, Pläne, Träume Wirklichkeit werden lassen! Seine Liebe wird für mich UND unsere Kinder reichen. Nichts wird ihn von unserem gemeinsamen Weg abbringen, unverlässlich werden lassen: schießt es mir durch den Kopf. Er wird mir Halt, Stütze eine feste Burg sein.
Glasklar erkenne ich das Wertvolle in seinem Wesen, meine Liebe zu ihm.

NOAH, er meidet die Menschen, ist in sich gekehrt, in seiner Welt, die auch die meine sein kann, zufrieden. Empfindet “Lärm”, Verwandtschaft als Belästigung, will die meiste Zeit des Tages mit mir alleine verbringen. Er liebt unsere Zweisamkeit. Wird er mich unterstützen, mir nahe bleiben, ein Leben lang? Wird das Feuer in seinen Augen, dass jetzt für mich zu brennen scheint, nicht verlöschen, wenn wir ein “reales” Leben führen müssen, wollen? Wird er sich nicht vernachlässigt fühlen, wenn Kinder, meine Liebe, Zuwendung, Aufmerksamkeit fordern? Wird er den Mut zur Elternschaft überhaupt aufbringen können? Tränen wollen sich ihren Weg bahnen, beim bitteren, logisches Schluss, dass Noah mir niemals ein Fels in der Brandung sein wird.Leise spüre ich einen wehmütigen Abschiedsschmerz in mir hochkommen, während der Gedanken an Noah. Nein, nicht er ist nicht der Richtige für mich, sondern ich bin es, die nicht die Wahre ist, für ihn .
Ich sehe meine Zukunft in einer eigenen Familie. Das wird mir schlagartig bewusst.
Ein “intellektuelles” Leben, fehrn von Familienglück, Geborgenheit, Verlässlichkeit, wäre an der Seite Noah´s zu finden.

Er wird mir seine Jacke nicht um die Schulter legen, wenn ich friere. Nicht wie Leon, der mich wärmen würd´ noch bevor ich fröre.

Meine Mutter bittet zu Tisch. Mit Geplapper, Gelächter ziehen wir alle ins Esszimmer. Oh,wie schön, wie liebevoll es geschmückt ist: gratulieren unsere Gäste meiner Mutter. Sie strahlt glücklich über´s ganze Gesicht, ihre Augen leuchten vor Freude . Hat sie doch viele Stunden des gestrigen Tages mit dem liebevollen Schmücken des Zimmers, des Tisches und dem Aufdecken verbracht.
Der lange Tisch trägt weißen Damast mit feinstem Porzellan, glänzendem Besteck und zarten, zerbrechlichen Gläsern. Überall Tannenzweige, Weihnachtssterne, Glaskugeln. Wie jedes Jahr, ein wirklich wunderschöner, weihnachtlich feierlicher Anblick.
Als alle ihre Plätze gefunden, sich niedergelassen haben, spricht mein Vater das Dankgebet, heißt alle nochmals herzlich willkommen, bringt seine Freude, dass wir alle gemeinsam Weihnachten feiern wollen, zum Ausdruck.

Leon sitzt neben mir, nervös, angespannt , kommt er mir vor. Will ihn in dem Moment fragen, was los ist, als er an sein Glas klopft, um Aufmerksamkeit bittet, sich erhebt, sich mir zuwendet, mit leicht vibrierender Stimme, laut und deutlich fragt: ”Amelie, willst du mich heiraten? ”

Der Duft der Tannenzweige, die angespannte Stille dieses Moments vergraben sich für alle Zeit in mein Gedächtnis.

Die Gefühlskaskaden, die seine Worte in mir auslösen, überschwemmen mein Ich unvorbereitet, ungeschützt. Ohne eine Antwort abzuwarten, beginnen die Gäste zu klatschen, auf uns einzureden, zu gratulieren, sich der Sache “Verlobung” “anzunehmen”. Wein wird eingeschenkt, Gläser werden gehoben, auf unser Wohl getrunken. Niemand scheint mit einem NEIN meinerseits zu rechen. Nach nicht endenwollenden Umarmungen, Küssen, Glückwünschen, deutet mir Leon mit einem Blick Richtung Vorzimmer, mit ihm zu gehen. Dort, auf einem Kleiderberg finden wir Platz und Ruhe. Mitten im Chaos umarmen wir uns, flüstert Leon mir ins Ohr :” Noch einmal Amelie! Wollen wir heiraten? Zusammenbleiben? Ich liebe, ich brauche dich!”
Wie geliebt, geborgen ich mich in seiner Nähe fühle, wie richtig es sich anfühlt, der Gedanke an ein gemeinsames Leben. ER ist Der Richtige. Ich befreie mich aus seinen Armen, streich mir die Haare aus der Stirn, antworte lachend:” Ja, ja und jetzt komm ich bin hungrig!”
Als wir ins Esszimmer zurückkehren, fühle ich trotz der Freude auch Trauer. Traurigkeit deshalb, weil ich weiß, dass ich noch heute Abend den letzten Brief an Noah schreiben werde, dass mit Noah ein glücklicher Teil von mir für immer fehlen wird.


Donnerstag, 18.12.2008, 07:23


Ein kleiner Baumwollfaden - die etwas andere Weihnachtsgeschichte


Es war einmal ein kleiner Baumwollfaden, der hatte Angst, dass es nicht ausreicht, so, wie er war: "Für ein Schiffstau bin ich viel zu schwach", sagte er sich, "und für einen Pullover zu kurz. An andere anzuknüpfen, habe ich viel zu viele Hemmungen. Für eine Stickerei eigne ich mich auch nicht, dazu bin ich zu blass und farblos. Ja, wenn ich aus Lurex wäre, dann könnte ich eine Stola verzieren oder ein Kleid. Aber so?! Es reicht nicht! Was kann ich schon? Niemand braucht mich. Niemand mag mich - und ich mich selbst am wenigsten." So sprach der kleine Baumwollfaden, legte traurige Musik auf und fühlte sich ganz niedergeschlagen in seinem Selbstmitleid.

Währenddessen läuft draußen in der kalten Nacht ein Klümpchen Wachs in der beängstigenden Dunkelheit verzweifelt umher. "Für eine dicke Weihnachtskerze bin ich viel zu klein" jammert es "und wärmen kann ich kleines Ding alleine auch niemanden. Um Schmuck für eine tolle große Kerze zu sein, bin ich zu langweilig. Ach was soll ich denn nur tun, so alleine in der Dunkelheit?"

Da kommt das kleine Klümpchen Wachs am Häuschen des Baumwollfadens vorbei! Und da es so sehr fror und seine Angst so riesig war, klopfte es schüchten an die Türe.

Als es den niedergeschlagenen kleinen Baumwollfaden sah, kam ihm ein wundeschöner Gedanke. Eifrig sagte das Wachs: "Lass dich doch nicht so hängen, du Baumwollfaden. Ich hab' da so eine Idee: Wir beide tun uns zusammen. Für eine große Weihnachtskerze bist du zwar als Docht zu kurz und ich hab' dafür nicht genug Wachs, aber für ein Teelicht reicht es allemal.

Es ist doch viel besser, ein kleines Licht anzuzünden, als immer nur über die Dunkelheit zu jammern!" Ein kleines Lächeln huschte über das Gesicht des Baumwollfadens und er wurde plötzlich ganz glücklich.

Er tat sich mit dem Klümpchen Wachs zusammen und sagte: "Nun hat mein Dasein doch einen Sinn."

Wer weiß, vielleicht gibt es in der Welt noch mehr kurze Baumwollfäden und kleine Wachsklümpchen, die sich zusammentun könnten, um der Welt zu leuchten.




Ja, wenn sich viele zusammentun , entsteht ein helles Leuchten, entsteht Wärme und Licht - erinnert doch irgendwie an unseren Woman-Blog oder nicht?


In diesem Sinnewünsche ich Euch allen noch einen friedvollen Advent und ein stimmungsvolles Weihnachtsfest.

(foto welle08)